Es bestand zeitweilig Absturzgefahr …

Wie fange ich an …?
Sie mag ihn offenbar. Sie ist nämlich an seinem Sack zugange …
Ja, Entschuldigung! Es ist so!
Seit es so kalt geworden ist, habe ich im Garten Futter für die freilebenden Vögel verteilt, u. a. auch Säcke mit Meisenknödeln und Beutel mit Nüssen. Sie mag auch seine Nüsse. Die des Sackes. Die, die im Sack sind. Ganz schön kompliziert! Einfacher ausgedrückt: es geht gerade um eine Meise. Ich versäumte, es gleich zu Beginn zu erwähnen.
Kohl- und Blaumeisen sind schnell im Entdecken und besuchen den Garten seit Extremfrosteinsatz und Fütterungsbeginn regelmäßig. Sie pausierten, als die Grade in den zweistelligen Minusbereich gingen, denn das Fettfutter (Meisenknödel) war so steinhart gefroren, dass es selbst ihnen wohl zu müßig war es loszumeißeln. Sie kauerten aufgeplustert in der laubleeren und doch vor schneidendem Wind schützenden Hecke und vermochten sich nicht aufzuraffen. Loses Futter auf dem Boden hingegen nahmen sie an. Anflug, Picken, Rückflug, Plustern.
Vögel werden unheimlich groß und kugelig, wenn sie sich derart aufplustern und offenbar schützt es wirklich effektiv. Bei diesen Lebewesen macht es Sinn! Ich finde es prima, dass sie es tun …
Bei Menschen hingegen stelle ich oft fest, dass mir deren Aufplustern überhaupt nicht zusagt.

Heute Morgen brach im Vergleich zu den Vortagen fast der Frühling aus. Das Thermometer zeigte „nur“ noch -2° C, als am Vormittag zusätzlich die Sonne durchbrach und die Weigelie, die Berberitze und den Osterschneeballstrauch beschien.
Wie auf Kommando erschienen auf einmal Heerscharen von Meisen. Sie hängten sich aufgekratzt und energiegeladen in die Netze, die Knödel und Nüsse umgeben und alles zusammenhalten.
Einen Moment nicht richtig aufgepasst, und schon war ich beim erneuten Hinsehen etwas irritiert. War das jetzt eine Riesenmeise, deren Schwanzspitze unter dem Knödel im Sack herausschaute? Der Rest des Körpers wurde durch den Futterball verdeckt. Die Kollegen im Busch hielten fast respektvollen Abstand, während sie sich sonst gewöhnlich untereinander verjagen oder zumindest ständig beim Fressen abwechseln.
Der Sack drehte sich und zum Vorschein kam ein Buntspecht, dessen teilweise rotes Gefieder in der Sonne fantastisch leuchtete. Er konnte sich in seiner typischen aufrechten Haltung, die er sonst benutzt, um mit dem Schnabel Löcher in Stämme zu hämmern, nicht am Meisenknödel halten, sondern rutschte mehr und mehr unter das Netz, bis er schließlich bäuchlings dort hing.
Der dünne Zweig, an dem ich diesen Knödel aufgehängt habe (Blau- und Kohlmeisen wiegen nur ca. 10 bzw. 16-21 Gramm, der Buntspecht jedoch 60-90 Gramm!), bog sich verdächtig durch. Ich bedauerte plötzlich, dass ich nur einen Bindfaden zum Befestigen verwendet hatte und nicht stabilen Draht. Specht und Knödel schaukelten, und es sah ständig so aus, als würde er im nächsten Moment samt Sack in die Tiefe stürzen. Spechtsturz. Auf den Rücken!
Vielleicht war ihm übel vom Herumschwanken geworden, er verhielt sich auf einmal ruhiger, vermied das Pendeln, hackte noch ein paar Mal auf den Knödel ein und beschloss dann, die anderen Vögel wieder mit teilhaben zu lassen.
Welch ein ungewöhnlicher, schöner Anblick!
Es hat mich so überrascht, hier im Winter, mitten in der Stadt, im Garten, an einem Strauch (nicht Baum), an einem MEISENknödel hängend, dieses hübsche Wesen zu entdecken. Ich hoffe, es gefällt ihm generell hier, und er lässt sich auch in Zukunft mal blicken.

Buntspecht am Meisenknödel

Gast am Meisenknödel: Buntspecht (Dendrocopos major)

Die übrigen (fotografierwilligen)  Gäste im Garten :

Meisen am Meisenknödel

Meisen an „ihren“ Knödeln

Rotkehlchen in der Hecke

Rotkehlchen in der Hecke

Rotkehlchen vor Berberitze

Rotkehlchen vor Berberitze

Gimpeldame am Futternapf

Gimpeldame am Futternapf

Amsel am Futternapf

Amsel ebenfalls auf Nahrungssuche …

©Februar 2012 by Michèle Legrand

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