Wie ist das mit der Wirkung von beschädigten Glücksbringern?

Glücksklee

Montag, der 14. November 2011, und es ist kalt und neblig.
Es herrscht schlechte Sicht, besonders bei der zusätzlich schon wieder einsetzenden Dämmerung.
Mein Vordermann im Peugeot fährt wie ich auf die größere Einbiegung zu und wartet anfangs ordnungsgemäß, denn hier herrscht rechts vor links.
Allerdings herrscht auch eigenartigerweise häufig die Annahme, man könnte als Abbiegender ruhig schon losfahren, selbst wenn sich noch weitere vorfahrtberechtigte Wagen nähern.
Die Logik dahinter ist die, dass wenn acht von zehn Autos in die Straße einbiegen wollen, aus der man selbst kommt und nicht geradeaus fahren und somit zuerst dran sind, dann sollten dies die zwei restlichen gefälligst auch vorhaben! Das Abbiegen. Dumm, wenn es dann nicht so kommt …
Besagter Peugeotfahrer übersah oder ignorierte anfangs ein solches vorfahrtberechtigtes Nachzüglerauto, fuhr an, um bei dem darauf folgenden, wilden Hupkonzert pflichtschuldigst wieder in die Bremsen zu gehen.
Zeit verloren. Nun, aber zackig …!
Und schon geschah es beim erneuten Anfahren, dass er auch den auf dem Fahrrad in voller Montur angeradelt kommenden Schornsteinfeger übersah..
Quietschende Reifen, ein reaktionsschneller, abspringender Mann in Schwarz, Schwenken der geballten Fäuste, Augenbrauenhochziehen,  lauter Protest sowie einzelne Selbstgespräche bei den am Gehwegrand wartenden Fußgängern. Zum Glück ging alles noch einmal gut, und der Tross löste sich danach zügig auf.

Zum Glück.
Wie ist das eigentlich? Mir stellt sich jetzt gerade folgende Frage:
Würde quasi der Glücksbringer „beschädigt“, brächte es dem Verursacher dann eigentlich doppelt Pech?
Und ich frage weiter:
Hat der Glücksbringer etwa keinen Selbstanspruch auf Glück?
Oder war die Tatsache, dass es gerade noch einmal gut ausging, sein Quäntchen Glücksbringer-Glück?
Es könnte auch das Glück des Peugeotfahrers gewesen sein, dass ausgerechnet ein Schornsteinfeger kam. Vielleicht hätte er einen Nicht-Glücksbringer wirklich überfahren …
Darüber lässt sich weiter nachsinnen, denn ist es nicht auch langsam an der Zeit, sich generell über den Umgang mit Glücksbringern ein paar Gedanken zu machen?
Wie verhalte ich mich richtig? Gibt es überhaupt richtiges Verhalten? Welche Konsequenzen habe ich zu erwarten, oder wie habe ich die Situation zu deuten?
Was passiert beispielsweise auf der Wiese?
Doppeltes Pech beim Platttrampeln eines vierblättrigen Kleeblatts?
Oder richtig Glück gehabt, weil nicht in dem Kuhfladen daneben gelandet?
Oder ein gutes Werk getan, weil sonst die Kuh darauf getreten wäre oder den Klee womöglich gefressen hätte?
Bringt der Klee der Kuh im Magen Glück? Wenn ja, weiß sie das?
Fragen über Fragen …
Lasse ich Scherben, die Glück bringen, nicht lieber liegen? Was helfen sie, wenn sie weggeräumt sind?
Was mache ich mit dem Glücks-Cent aus Griechenland?
Wenn ich jemandem über die Schulter spucke, soll es ihm bekanntlich Glück bringen. Was ist, wenn ich dabei jemanden dahinter treffe? Noch mehr Glück für die Zielperson oder simpel Pech, dass sie im Weg stand?
Um zum Schluss noch einmal auf den Schornsteinfeger zurückzukommen:
Der muss definitiv heil bleiben!
Dem darf nichts passieren!
Nicht, dass mir hier jetzt einer mit dem Vergleich kommt, ein Schornsteinfegerfuß (nach Unfall) reicht auch – analog zur Hasenpfote …

©November 2011 by Michèle Legrand

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