Genugtuung … mit Hackfleisch!

Heute gibt es Hackfleisch. Aus Rache!
Sie ist mir gestern entkommen und irgendwie muss ich doch Genugtuung erfahren! Vielleicht hatte sie es anfangs nicht vorgehabt, doch es zählt, was sie dann tat! Sie verteilte ihr Gift und natürlich an ein völlig harmloses und ahnungsloses Opfer!
Wenn man sie schon sieht! Wer solche Farben trägt, kann eigentlich nur auf Krawall gebürstet sein! Gelb und schwarz! Gestreift! Quer! Okay, die Figur dazu hatte sie. Schmale Taille. Muss ich neidlos zugeben.
Nur warum – bitte schön – warum, musste sie es zweimal tun?  Äußerst hinterhältig!
DU FIESES LUDER!
Am Kopf auch noch, wie finde ich das denn!?
Sie kam gucken. Neugierig hoch drei. Und danach verschlagen oder dusselig. Jedenfalls verfing sie sich in meinen Haaren. Es brummte plötzlich. Ich ahnte, was sich eingenistet hatte, hielt erst ruhig  und versuchte sie wegzustreifen. Die Wespe. Sie war natürlich prompt in Rage.
RUUMMS! Der erste Stich! Ins Ohrläppchen!
Leider war es von da an auch mit meiner Ruhe vorbei. Ich schlug sie weg, immerhin trug ich Gartenhandschuhe. Kaum zwei Sekunden herrschte Stille, dann kehrte sie zurück. Bienen haben wenigstens nur einmal die Chance zu stechen, doch Wespen können öfter. Ich hatte das Gefühl, sie hockte schon wieder im Haar. Über der Stirn, im Haaransatz –  und richtig, der zweite Einstich folgte gnadenlos. Ich fluchte, beugte mich vor und schüttelte die Mähne wie anno dazumal in der Disco oder beim kopfüber Durchkämmen nach dem Fönen.
Warum verschwand die nicht, was machte sie so aggressiv?
War sie endlich weg? Oder lauerte sie wieder nur, schon startklar zur nächsten Attacke? Mein Ohr schmerzte. Den Garten konnte ich eh vergessen. Ich musste das schnell anschwellende Ohrläppchen erst einmal kühlen und vor allem vor einem Spiegel herausfinden, ob sie immer noch da war.
Ich bewegte den Kopf beim Hineingehen kaum, ging ins Bad und siehe da, sie hing immer noch im Haar! Diesmal machte sie selbst Anstalten wegzufliegen. Ich war wütend und schlug mit der Haarbürste hinter ihr her. Leider traf ich sie nicht, und auch die kurze weitere Jagd nach meinem Peiniger verlief erfolglos. Sie entkam durch die noch geöffnete Terrassentür nach draußen. Außer sich. Entweder vor Lachen oder vor Angst.
Aus diesem Viech  hätte ich in dem Moment sehr gerne Hackfleisch gemacht!
Und damit kommen wir wieder zum Anfang der Geschichte: es gibt heute Frikadellen! Ich werde mich gleich darum kümmern.
Noch ein Blick in den Spiegel: Dank des Stichs am Oberkopf bin ich momentan auf der Stirn völlig faltenlos! Ganz ohne Botox (nur mit anderem Gift halt). Das Ohrläppchen leuchtet rot und sein Umfang hat sich locker verdreifacht. Soweit so gut. Es ginge noch, wenn die Schwellung über der Stirn und an der Schläfe nicht auch das Auge leicht zudrücken würde. Es ginge noch besser, wenn manch süffisanter Kommentar ausbliebe.
Ich bin mir momentan selbst ein wenig fremd. Zu glatt die Stirn, zu schlupflidrig das linke Auge, zu verformt das Ohr … alles nur, weil dieses Mistviech…!
Ich werde mich jetzt intensiv dem Hackfleisch widmen und sage nur: MASSAKER!

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  1. #1 von howlingwolf1953 am 10/10/2011 - 15:53

    Aua, das tut bestimmt weh…
    War der Stachel kontamioniert, dann gibt’s ne böse Entzündung, also bitte den roten Streifen, der zum Herzen wandert beobachten…
    Ein Foto von Dir gibt’s jetzt sicher nicht. ;-(

    Normalerweise ist die (überaus häufig vorkommende (sächsische)) Wespe (Dolichovespula saxonica) äußerst friedfertig.

    Sie lebt synanthrop -also gerne in der Nähe von Menschen-.

    Ganz besonders lecker finden die Wespen Nektar, Pollen, Steinfrüchte, andere Insekten, und gerne auch Fleisch von toten oder erbeuteten Tieren ( zB Hackfleisch).

    Wenn Du sie also fangen willst, dann stell ihr etwas Hackepeter an der Stelle hin, wo sie Dich erwischt hat und dann hast Du sie bald….

    Möglicherweise hattest Du es mit einer Jungkönigin zu tun gehabt, die sich gerade einen molligen Unterschlupf für den herannahenden Winter suchte (Wir sprachen darüber..).beispielsweise morsches Holz, Hohlräume, …
    Dann lass bitte Milde walten…

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    • #2 von ladyfromhamburg am 10/10/2011 - 16:14

      Ich grüße dich @howlingwolf1953 ;)
      Danke für die interessante Aufklärung bezüglich der Wespen! Ich wusste bisher nicht, dass sie auch hinter totem Fleisch her sind! Ich werde ihr jetzt jedoch nicht mehr nachstellen ;) Vorbei ist vorbei.Sie kam sich wahrscheinlich plötzlich auch in die Enge getrieben vor.
      Generell landen bei mir die Tiere, die nicht unbedingt ins Haus gehören, eigentlich immer wieder lebendig draußen. Bis auf ein paar unverbesserliche, die stechen können und es bei mir auch immer mit Vorliebe tun!
      Ich werde beobachten, wie sich alles weiter entwickelt. Am Ohr ist am Unangenehmsten, doch ich hoffe, es zieht so wieder ab – ohne Komplikationen.

      LG – Michèle

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      • #3 von howlingwolf1953 am 10/10/2011 - 16:45

        Gute Besserung, Michèle.
        Wie gesagt, ich hatte auch schon mal das Vergnügen und geriet beim Heckeschneiden mit der Rosenschere an ein stechwütiges Exemplar, was zu einer wirklich bedrohlichen Entzündung (Doxycyclin = Hammermedikament) führte.

        Kühlen der Wunde hilft immer, die Schwellung und den Schmerz zu lindern.
        Umschläge mit Essiglösung oder Zwiebelscheiben sind geeignete Hausmittel, um die Schwellung zu mindern, oder gesättigte Salzlösung, mit der die betroffene Stelle betupft wird.
        So eine Lösung ist schnell hergestellt- man befüllt dazu ein kleines Fläschchen zur Hälfte mit Salz und gießt den Rest mit warmem Wasser auf.
        Nachdem die Wunde gekühlt ist, helfen evtl. antiallergisch wirkende Salben oder Cremes.
        Homöopathisch helfen : Apis D 12, Ledum D12
        LGvWolf

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      • #4 von ladyfromhamburg am 10/10/2011 - 18:56

        Ich habe gerade deinen weiteren Kommentar entdeckt und sage danke für die Tipps! Ich habe etwas in der Art wie Essig, was ich heute auch schon verwendet habe. Mit allen fertigen Salben und Cremes ist das so eine Sache, denn sobald sie als Konservierungsmittel Parabene enthalten (u.a.), haben sie für mich keinen Nutzen mehr, sondern bewirken eher das Gegenteil: ich reagiere dann zusätzlich allergisch auf die ‚helfende‘ Salbe ;) Die homöopathischen Mittel merke ich mir vor, falls es mit der Schwellung durch Kühlung allein nicht so richtig zurückgeht.
        LG v Michèle

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