Ostern (bei mir)

Ostereier

Ein Stündchen ist noch Zeit. Ich erwarte Kaffeebesuch, auf den ich mich schon freue.Töchterchen mit Freund. Dann gibt’s Ostereier, Erdbeerkuchen mit Schlagsahne auf der Terrasse (oh, die muss ich gleich noch schlagen – die Sahne, nicht die Terrasse), und natürlich wird sich lebhaft ausgetauscht. Klönschnack eben.
Jeder begeht Ostern auf seine Art. Wie, ist wohl auch vom Alter und von den Familienverhältnissen abhängig.
Ihr Jüngeren, die ihr so Anfang 20 seid, lebt vielleicht noch zu Hause oder besucht heute die Eltern zum Ostertreff.
Ihr anderen, vielleicht mit Familie und kleinen Kindern, zelebriert heute Ostern daheim und kindgerecht.
Meine Generation wiederum, mit inzwischen erwachsenen Kindern bekommt eher Besuch, freut sich natürlich sehr, wenn eines auftaucht –  und zwar freiwillig und gerne – nimmt es aber genauso gelassen, wenn eben an den Tagen vielleicht schon ein anderes Programm geplant ist. Man kann es auch noch nachholen.
Die noch ältere Generation der Großeltern – ja, da bin ich ein bisschen überfragt. Ich gehe hier jetzt nur von meinen eigenen Beobachtungen aus. Großmutter selbst bin ich ja nicht.
Vielleicht war es irgendwann einmal so, dass dort der Treff stattfand, bis zu einem Zeitpunkt, an dem es den älter werdenden Familiengliedern bei gleichzeitig wachsender Familie (+ Anhang) zu viel wurde. Als nächstes wurde sich im Wechsel besucht, und dann plötzlich beginnt eine Phase, in der  alles der Einfachheit halber  bei der mittleren Generation stattfindet.
Und jetzt – bei mir hier zumindest – startet eine weitere Periode. Ich nenne sie: alle an der langen Leine laufen lassen.  Die Betonung bitte auf alle. Meine Kinder waren schon immer an der langen Lange. Ich glaube, die kann man sich leisten, wenn in den frühen Lebensjahren ein Band geknüpft wurde, das einerseits innig und sehr vertraut  verband, andererseits aber auch klarmachte, wie weit man gehen darf. Es ist ein besonderes Band, eines, das nicht einengt. Ein loses lebenslanges Verbundenheits-Familien-Freundschafts-Bändchen mit kleinem Alarmknopf für Notfälle.
Zurück zur Familie. Meine Mama ist keine typische Großmutter. Sie hat viele Interessen, und trotz gesundheitlicher Einschränkungen ist sie ziemlich aktiv unterwegs. So hat sie mir vor ein paar Tagen auch kurzerhand mitgeteilt, dass sie Ostern „weg ist“. Wir haben uns aber neulich wieder zum Kaffeeklatsch getroffen und werden es mit Sicherheit auch demnächst wieder tun.. Ich war nur etwas überrascht, weil der Osterbesuch eigentlich schon fest ausgemacht war. Tja, auch die Mamas sind eben gern an der langen Leine.
Mein Sohn trifft über Ostern Freunde, die nur an solch hintereinander liegenden Tagen Zeit haben, nach Hamburg zu kommen. Also werde ich mir ihn und seine Freundin einfach bei Gelegenheit separat „schnappen“. Sie wohnen nicht weit weg.

Und heute? Momentan habe ich es mir auf der Gartenbank gemütlich gemacht, und wenn ich so hinunterschaue in den Garten, dann fällt mir wieder ein, wo die ganzen Verstecke waren, an denen wir für die Kinder Eier und kleine Geschenke versteckten.  Diese Frühaufsteher zwangen mich häufig dazu, schon um 5 Uhr morgens aufzustehen, um im Garten Osterhase zu spielen, da ab 6 Uhr mit ihnen zu rechnen war. Und damals glaubten die beiden noch an den austragenden Meister Lampe.
Im ersten Jahr des draußen Versteckens hatte ich angenommen, ich würde mich natürlich daran entsinnen, wo ich überall etwas versteckt hatte. Pustekuchen!
Im zweiten Jahr prägte ich es mir besser ein und merkte mir auch die Anzahl der versteckten Teile. Es reichte leider auch nicht aus.  Die Folge waren jedes Mal noch Wochen später auftauchende, in Zellophan eingewickelte Ostereier. Ein silbrig schimmerndes Ei entdeckte eine Elster vor uns. Wie hörten nur das Gekrächze draußen und sahen sie mit etwas kämpfen und herumhüpfen. Nachdem sie es leicht zerhackt hatte, ließ sie davon ab und wir durften dann die Überreste entsorgen.
Ab dem dritten Jahr hatte ich einen kleinen Lageplan.
Falls ihr bisher noch nicht Eiersuchen mit kleinen Kindern und speziell mit ehrgeizigen Geschwisterkindern gemacht habt, so weise ich nur darauf hin, dass ein wahres Wettrennen nach den Eiern losgeht. Der Jüngere und oftmals geschwindigkeitsmäßig oder erfahrungsmäßig noch etwas Unterlegenere, geht bei Wahrnehmung seiner Schwäche und Furcht vor geringer ‚Eierernte’ oftmals dazu über, ein großes Wehklagen zu starten, was den Größeren aber nicht so tangiert.  Eher die Eltern.
Ab Jahr vier dann die Aussage: der Osterhase hat sich das so gedacht, dass alle suchen, alles in ein großes Körbchen kommt und es dann gerecht aufgeteilt wird. Denn, Herrschaften, der Osterhase ist von Natur aus fair. Basta. Ausnahme: eingewickelte Geschenkchen, auf denen bereits ein Name steht. Den weiß der Osterhase selbstverständlich! Und zwar von jedem Kind! Diese Präsente dürfen natürlich gleich behalten werden.
Es wird übrigens morgens früh gesucht, was einmal dem Drang des Nachwuchses entgegenkommt und außerdem davor schützt, dass die Eier nur noch Suppe sind (Sonne!).
Sind trotz Lageplan, Gedächtnisleistung und Supernase des Nachwuchses trotzdem Sachen ‚liegengeblieben’, ist die Freude in den nächsten Tagen immer ziemlich groß. Kinder, die wenig Lust verspüren, noch mal nach draußen zum Spielen zu gehen, kann man mit dem Hinweis „vielleicht habt ihr noch etwas übersehen“, relativ schnell in Schuhe und Jacke kriegen. Ich habe auch schon erneut zwei Eier versteckt, damit was zu finden da war.

Ich merke schon, ich gerate hier wieder ins Erzählen. Aber es ist so entspannend. Vielleicht habt ihr Lust zu lesen und erkennt manches wieder.

Ich muss mich jetzt sputen. Tisch decken, Torte schneiden und die Sahne fest bekommen. Inzwischen ist es nicht mehr ein Stündchen, sondern es bleiben noch 25 min. Also hurtig.

Frohe Ostern euch allen! Habt einen schönen Tag!

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  1. #1 von blattella am 24/04/2011 - 13:19

    Schöne Beschreibung. :-) Da mein jüngster Enkel noch zu klein ist durfte dessen Papa ins Rennen – nach allen anderen. ;-) Und ja, Erdbeertorte mit Sahne stand auch bei mir gestern auf dem Tisch (wobei ich und mein Kind eigentlich Kuchenhasser sind, aber so mit dem Alter…).Ich wünsche dir und deiner Familie einen schönen Familiennachmittag.

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  2. #2 von blattella am 24/04/2011 - 13:19

    Schöne Beschreibung. :-) Da mein jüngster Enkel noch zu klein ist durfte dessen Papa ins Rennen – nach allen anderen. ;-) Und ja, Erdbeertorte mit Sahne stand auch bei mir gestern auf dem Tisch (wobei ich und mein Kind eigentlich Kuchenhasser sind, aber so mit dem Alter…).Ich wünsche dir und deiner Familie einen schönen Familiennachmittag.

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  3. #3 von Christian Scheinhardt am 24/04/2011 - 15:22

  4. #4 von theladyfromhamburg am 24/04/2011 - 17:13

    Frohe Ostern, blattella!Ich habe mich sehr über deinen Kommentar hier gefreut. Danke, dass du ein bisschen von deinem Osterwochenende erzählst.Gestern sah ich auch das Foto von deinem jüngsten Enkelkind. Der Kleine wirkte schon sehr aufgeweckt, munter und guter Dinge.Erdbeertorte bei so strahlendem Sonnenschein schmeckt einfach gut, das ist nicht irgendein Kuchen, das ist Obstspeise mit festem Untergrund. Das vertragen auch eigentliche Kuchenhasser. Im Alter sowieso…. ;) Auch dir noch ein schönes Rest-Osterwochenende.

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  5. #5 von theladyfromhamburg am 24/04/2011 - 17:14

    Ostergrüße auch an dich, Christian Scheinhardt. Schön, wenn dir der Beitrag gefallen hat. LG M.

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