Ein Gartenthema? Ach, das könnt‘ man (als Leser) eigentlich auch mal riskieren …

Lila Krokusse

Krokusse

Gartenzeit. Gartenblog-Zeit!

Vorweg: Ich hatte Sie vorgewarnt. Im ersten Blogpost überhaupt. Es ist noch Zeit genug für alle Nicht-Gartenanhänger, sich jetzt klammheimlich wegzuklicken. Es ist jedoch auch die Gelegenheit, sich locker über Gartengeschehnisse und -erlebnisse zu unterrichten.
Wenn Sie mich hier im Blog schon länger lesen, wissen Sie vermutlich, dass ich keine Lehrbücher schreibe. Ich mag keine Bekehrungen, keine Besserwisserei und keinen erhobenen Zeigefinger.
Ich erzähle, was mir auffällt, widerfährt, was ich einsauge mit Augen, Ohren und Nase, und Sie entscheiden für sich,  ob Sie auch etwas sehen, hören, riechen oder ganz allgemein etwas empfinden und fühlen. Ob Sie auch Freude daran haben.
Dann lesen Sieweiter – oder lassen es eben bleiben.
Vielleicht kommt Überraschendes, vielleicht Bekanntes, vielleicht der Genau!-Effekt. Wer etwas zu den Gartenposts sagen möchte, den kann ich nur dazu ermutigen, denn ich tausche mich sehr gerne darüber aus!

Neulich startete es mit „Duftende Erde“  eigentlich schon inoffiziell.  Ein heimlich eingemogeltes Gartenthema. Ein Testballon. Nun, es gab keine Beschwerden und gelesen haben es auch recht viele. Offenbar sind Sie bereit für offiziellen Nachschub.

„Was hast du denn gemacht?“ Entsetzter Blick meiner unangekündigt vorbeischauenden Mama angesichts meiner wirren Haare sowie hauptsächlich aufgrund der Striemen und Kratzer an den Unterarmen.
„Ich habe mit einem Puma gekämpft!“ lautet meine bierernste Antwort, doch sie glaubt mir wieder nicht. Mütter kennen ihre Töchter halt doch zu gut.
Was mich wieder einmal verunstaltet hat, wurde verursacht durch die Aktion Feuerdorn und andere Büsche zurückschneiden und auslichten.
Es scheint ein Mysterium: Ich trage eine dicke Jacke, lange Hosen, Gummistiefel bis zum Knie, Handschuhe … und habe dennoch regelmäßig Kratzer, Splitter, Blasen und perforierte Oberschenkel!
Die Erklärung ist ziemlich einfach und logisch: Bei allem was über Kopfhöhe und mitten im Busch gestutzt werden muss, rutschen die Ärmel der Jacke hoch und legen die Arme bis zum Ellenbogen frei. Und die Handschuhe sind regelmäßig zu dünn! Nur wenn man nicht gerade Schlachterhände hat, die vom Format und der Größe her locker in Männerhandschuhe passen, welche dann netterweise aus vernünftigem Material sind – ja, dann bleibt einer Frau nur die Möglichkeit, völlig unzulängliche Damenhandschuhe zu benutzen. Baumärktebelieferer denken ja heute noch, dass Frauen ausschließlich Dekomaterial oder Primeln suchen und kaufen, während ebenfalls exklusiv Männer Werkzeug und Schutzkleidung wünschen und bekommen.
Die sogenannten Garten– oder auch Arbeitshandschuhe für die Primeldamen sind ein Witz. Und Blümchenmuster macht das Ganze eher schlimmer. Tut mir leid, das musste einfach gesagt werden!
Die Menge an Ästen, die herausgeschnitten wird, füllt Komposthaufen und Biomülltonne im Nu. Die Folge: Es sind zusätzliche Säcke nötig – solche, die die Müllabfuhr mitnimmt. Ich zerkleinere alles, um die Massen verstauen zu können.
Was passiert?
Blasen an den Fingern (ich sag nur: Handschuhe!) Am Ende heißt es, die proppevollen Säcke an den Straßenrand zu tragen. Aufgrund des erheblichen Gewichts natürlich inniglich an den Körper gepresst, die durchstechenden Piekser des Feuerdorns (wie kleine Speerspitzen) kurzzeitig ignorierend. Sie hinterlassen jedoch Spuren auf den Oberschenkeln. Ein bisschen wie räumlich begrenzte Masern. Nur brennend, denn die Pflanze macht ihrem Namen alle Ehre. Der Saft reizt die Haut enorm, die Kratzer sind noch lange feuerrot und heilen recht schlecht, wenn es mal in Vergessenheit gerät, die Wunden gleich gründlich auszuwaschen.
Nun kann ich jedoch stolz verkünden: Busch gebändigt, Gärtner(in) lebt noch, und die Blessuren sind am abklingen. Es kann also weitergehen.

Heute zu Beginn der Garten-Session ein kleiner Rundgang, um zu sehen, was sich seit dem letztem Wochenende getan hat. Schön ist, alles ist im Durch- und Aufbruch. Die Stauden recken ihre ersten frischen grünen Spitzen durch die Erde, die Blätterknospen der Büsche sind zum Teil am Aufbrechen oder haben an Umfang zumindest noch einmal zugelegt. Die Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher blühen weiterhin, die Schneeheide ebenfalls.

Schneeheide (Erica carnea 'alba')

Schneeheide (Erica carnea ‚alba‘)

Scillas (Blausternchen) wachsen flink und brauchen auch nicht mehr lange bis zur Blüte. Kugeldisteln, Fetthennen, Taglilien, Schafgarben, Mädchenaugen, Salbei, Phlox und viele andere mehrjährige Pflanzen zeigen, dass sie auch noch da sind.
Doch halt! Nein!
Doch, tatsächlich. Es gibt in diesem Jahr offensichtlich wieder Wildkaninchen. Jahrelang herrschteRuhe, nachdem einmal die CRD (Chinese Rabbit Desease) den ganzen Bestand ausgerottet hatte. Nun waren welche hier, haben an jungen Trieben gesäbelt, um die Pflanzen herum gebuddelt und als definitiven Beweis ihrer Anwesenheit Ködel auf dem Rasen hinterlassen.

Kaninchenködel auf dem Rasen als Beweis der Anwesenheit

Die Hinterlassenschaften der wilden Kaninchen …

Ich habe vor längerem gelesen, dass (angeblich) das Auslegen von Menschenhaaren die kleinen Plüschfreunde vertreiben soll. Dazu sage ich nur: Ich könnte mir eine Glatze rupfen, um alle von Kaninchen besuchten Stellen damit zu versorgen, es würde nichts nützen. Im Gegenteil, ich sehe die Fellwesen grinsend daneben sitzen, genüsslich weiter am Phlox mümmeln und sich fragen, was diese unordentliche Lady damit wohl bezweckt. Man lässt doch keine Haare herumliegen. Tse, Menschen …
Vielleicht sollte ich das grauenhafte Parfum einer ein paar Häuser weiter wohnenden Dame im Garten ausprobieren, aber dadurch würde ich mich mit verscheuchen.
Diese Erfahrung habe ich übrigens seinerzeit mit der ‚tollen’ Kaiserkrone gemacht. DER Tipp schlechthin gegen Wühlmäuse. Angeblich.
Die Zwiebel der Kaiserkrone – und auch die ganze Pflanze selbst – riecht nach Knoblauch.
Wen hat’s vertrieben?
Mich!
Die Wühlmäuse haben einen Höflichkeitsabstand zur Pflanze eingehalten und buddelten ihre Gänge halt zwei Meter weiter links. Das Thema ist durch. Nun in diesem Frühjahr sind es Kaninchen, denen man eigens hergerichtete Rohkostplatten stiften könnte, sie würden trotzdem weiter an die Pflanzen gehen.
Augen zu und durch.
Irgendwann sind die Triebe nicht mehr so zart, wie Langohr es gern hätte, dann hört das Klauen auf.

Es wird schon wieder länger als gedacht. Vielleicht erzähle ich besser nächstes Mal weiter. Ich möchte Ihnen nur noch ein paar Bilder zeigen, denn heute hatte ich wieder Emily hier, mein Rotkehlchen der letzten Woche.  Sie ist sehr zutraulich, nur sobald ich die Arbeit unterbreche, um sie (ich glaube, es ist eine Sie) zu fotografieren, rückt sie etwas ab und wird vorsichtig. Sie heißt Emily, weil sie manchmal nicht einen Millimeter zur Seite geht (e- Milli- meter). Sie zwischert leise fröhlich vor sich hin und erzählt die ganze Zeit. Auch deshalb denke ich, Emily muss weiblich sein …

Rotkehlchen, zutraulich, am Boden hockend

Rotkehlchen Emily traut sich näher …

Rotkehlchen am Boden, beobachtend

Emily beoabchtet und traut sich dichter heran …

Weitere Gäste im Garten

Hummel im März auf dem Balkongeländer

Mo, die Hummel ist auch schon da. Wanderung auf dem Balkongeländer …

Max, auch schon unterwegs …

Schnecke mit Haus auf Moos im Frühjahr (März 2011)

Max, auch schon unterwegs …

Fortsetzung folgt.

Vielleicht lesen wir uns demnächst wieder …

©März 2011 by Michèle Legrand

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  1. #1 von MissGlueckTwit am 23/03/2011 - 20:48

    Überaus amüsante Frühlingsbetrachtung, die mir Heimweh nach meinem Wolfsnest nahe des Nordostseekanals beschert. Also – wir lesen uns ganz sicher wieder. ❀

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  2. #2 von theladyfromhamburg am 24/03/2011 - 13:56

    Hallo, MissGlueckTwit,ich habe deinen Kommentar erst mit ein bisschen Verspätung entdeckt: Es freut mich, wenn es dir Spaß gemacht hat und sogar ein paar Erinnerungen wach werden ließ. Schau gerne wieder hier herein – du bist herzllich willkommen! LG – M.

    Gefällt mir

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