Zerstört

Mir hat es in den letzten Tagen angesichts der katastrophalen Ereignisse in Japan twittermäßig ein wenig die Stimme verschlagen.
Es wurde viel gesagt, geschrieben und diskutiert. Was ich heute hier poste, ist in meinem Kopf. Es ist mein Sehen, meine Anteilnahme, mein Mitgefühl, mein Unverständnis vielleicht auch und meine Hoffnung für die Zukunft. Eingepackt, moderat, trotzdem nicht weniger intensiv.

Zerstört

Alles vernichtet.
Alles unter Schlamm.
Niedergewalzt. Wie Spielzeug
der Gewalt der Natur ausliefert,
danach den Folgen,
die das Risiko Technik mit sich bringt –
verschärft durch die Umstände…

Menschen ließen ihr Leben.
Menschen suchen
Menschen verloren ihr Habe,
ihr Heim, die Familie!
Und bisher kein Ende.
Was wird noch alles nachkommen?
Wie lange werden sie leiden?
Wie viele Vermisste wird man überhaupt finden?
Wie viele werden noch sterben?
Wie viele erkranken – jetzt oder später?

Nie aufhören wird die Trauer um die,
die nie wiederkommen werden…
Und doch
es wird ein neuer Tag kommen,
und mit ihm ein Funken Hoffnung.
Die Erde wird zur Ruhe finden
– vielleicht noch nicht heute –
ihr Grummeln und Beben beenden, bald…
Greifen Rettungsmaßnahmen?
Wie ist letztendlich das gesamte Ausmaß der Schäden –
der Nachwirkungen….?

Fragen über Fragen.
Wenn, wenn, wenn …
wenn das technische  Desaster „im Griff“ ist,
falls es das je sein wird,
wenn sich die Wolken verziehen,
der Himmel aufreißt,
die Wassermassen versickern und versiegen.
Dann beginnt das
Aufräumen,
Wiederherrichten,
Ersetzen,
Aufbauen.

Doch Menschen kann man nicht ersetzen!
Kann man einen Überlebenden „wiederherrichten“?
Möge der Körper diese Torturen überstehen.
Mögen Seelenqualen heilen.
Möge das Ereignis zum Denken anregen,
zum Nachdenken, Überdenken, Umdenken…
Auch hier.

Was genau heißt „sicher sein“?
Wann ist „genügend“ Sicherheit,
und wer entscheidet, ob dem so ist?
Wer kann ein Risiko abschätzen?
Wer darf aus Unwissenheit
oder sogar leichtfertig abwiegeln
oder Märchen verbreiten?
Märchen über nicht vorhandene Gefahren,
über Umstände, die ’nie‘ eintreten werden?

Was ist denn die Natur wert? Die Erde? Was das Leben?
Was ist ein Menschenleben wert?
Fahrlässig handeln kann töten.
Fahrlässig handeln ist unakzeptabel.
Unwissenheit ebenso, zumal, wenn es Entscheidungsträger betrifft.
Wissen und Ignorieren hingegen
ist nicht nur unakzeptabel, sondern auch widerwärtig.

Sollte all das Furchtbare, was gerade passiert,
nicht nur Trauer und Elend hinterlassen,
sondern zum Nachsinnen verleiten,
dann hätte es wenigstens noch etwas bewirkt
und nicht nur

zerstört.

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  1. #1 von Herbert am 14/03/2011 - 18:11

    Sehr gut! zum nachdenken ..es spricht mir aus dem Herzen – und weiter will ich dazu nichts sagen!L.G. Herbert

    Gefällt mir

  2. #2 von theladyfromhamburg am 14/03/2011 - 18:19

    Ich danke dir sehr für deinen Kommentar! LG – Michèle

    Gefällt mir

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