Duftende Erde … (woran Sie den Frühling erkennen)

Märzenbecher (Leucojum vernum)

Märzenbecher (Leucojum vernum)

Am vergangenen Wochenende war ich einige Stunden im Garten am werkeln und kann jetzt definitiv verkünden:
Es wird Frühling!
Die offensichtlichen Zeichen kennt, sieht und fühlt jeder! Es gibt längere Tage, blühende Winterlinge, Schneeglöckchen, Krokusse, Märzenbecher sowie Zaubernuss, morgens ab ca. 4.30 Uhr zwitschernde Vögel und die ersten sonnigen Tage mit leicht steigenden Temperaturen.
Das alles leitet uns jedoch nicht selten in die Irre.  Manchmal ist es nur ein kurzes Intermezzo.
Sobald es wieder kälter wird, hören die Vögel mit ihrem Tirili  sofort wieder auf, die Knospen der Blumen bleiben verschlossen, alles gerät ins Stocken, und der verkühlte Cabrio-Fahrer verschließt nun leicht schniefend wieder sein Autodach.
Fehlalarm!
Frühling in Raten? Frühling mit Anlauf?
Es könnte fast so sein.
Es gibt allerdings zusätzliche , untrügliche Anzeichen und wenn diese vorhanden sind, dann ist der Lenz tatsächlich nicht mehr zu bremsen.
Marienkäfer sind definitiv ein solcher Frühlings-Marker, Ameisen, die langsam wieder aus ihren metertiefen Winternestern auftauchen. Die ersten Schnecken, die  – woher auch immer – bei feuchter Witterung unter neu austreibenden Pflanzen zu finden sind.  Sie entdecken, dass die Blattknospen des Ahorns und der Haselnuss innerhalb kürzester Zeit den dreifachen Umfang haben,  dass Kätzchen plötzlich plusteriger und farbintensiver werden und dass Vögel eifrig Material für den Nestbau zupfen. Zum Beispiel Moos.
Haben Sie schon einmal nach dem Winter auf ein dickes Moospolster geklopft?
Nein?
Tun Sie es! Es staubt gewaltig!
Falls Sie Kinder haben, empfehle ich Ihnen Folgendes: Nehmen Sie Playmobil-Männchen mit nach draußen, lassen Sie diese auf dem Moos Trampolin springen und sehen Sie daraufhin die erstaunten Gesichter Ihres Nachwuchses, wenn die Männekes durch die Staubwolken enorme Hustenanfälle bekommen (dafür Sind sie mit zuständig !^^). Das Thema Staub in der Wohnung wird von da an mit ganz anderen Augen gesehen …

Ich habe diesmal nicht Moos geklopft, aber aufgeräumt im Garten,  was bei mir im Frühjahr mehr Arbeit bedeutet, als bei Menschen, die ihren Garten im Herbst ‚klar’ machen. Klar heißt in dem Fall, es wird alles ratzekahl heruntergeschnitten (Stauden, Büsche, Gräser), jedes Blatt wird aufgesammelt oder mittels Laubbläser/-sauger entfernt.
Alles ist wie geleckt …
Schön.
Bei mir nicht.
Es handelt sich nicht um Faulheit, sondern liegt darin begründet, dass es für mich keinen Sinn macht. Die Natur sieht das nicht vor! Was frei wächst, bleibt im Herbst mit seinen Fruchtständen erhalten, dient als Nahrung für Insekten und anderes Getier, bietet zudem Schutz (Winterunterkunft für manchen Gartenbewohner) und Isolation gegen Kälteeinflüsse. Es beschattet andere Pflanzen (Immergrüne), die an eiskalten, trockenen Tagen sonst extrem unter dem Sonneneinfluss leiden würden.
In der Natur erscheint auch keiner, um das Laub unter den Bäumen wegzuharken! Es hat die gleiche Funktionen, die ich eben schon beschrieb. Zudem vermodert die Laubschicht  bereits zu einem Teil über den Winter und liefert damit neuen Humus für den Boden.
Einige Gartenbesitzer werden jetzt aufschreien und rufen : Ja, aber der Rasen!
Sehr gut aufgepasst! Das ist aber auch das Einzige, was abgeharkt werden sollte.

Schluss mit den Belehrungen – Sie sind schließlich selber groß und mündig! Es geht hingegen noch einmal um die Erde. Wer im März bei sichtbarem Austrieb der Pflanzen beginnt, die Reste vom Vorjahr zu entfernen und dabei zufällig  in der Erde herumrührt, stößt auf ein – für mich – fantastisches Phänomen:
Der durch und unter bzw. mittels Winterschutz (sprich Laub, Pflanzenreste) entstandene humusreiche Boden duftet!
Ein Wahnsinnsgeruch!
Er duftet besser als jedes Parfum! Und dieser ganz bestimmte Duft, den die Erde nur zu dieser Zeit hat, der ist das sicherste Zeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Frühling, das es überhaupt gibt.

Testschnuppern Sie doch bitte, seien Sie so gut … ;)

 Helfer im Garten am 06.03.2011

Rotkehlchen im Garten auf Rankobelisk

Rotkehlchen „Emily“ macht es sich auf dem Rankobelisken bequem …

Amsel zu Besuch am Futternapf, Anfang März 2011

Amsel zu Besuch auf Futternapf

©März 2011 by Michèle Legrand


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  1. #1 von Christian Scheinhardt am 08/03/2011 - 19:48

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