Es geht los! Ist dies der Anfang des Winter-Wonderlands…?

Die ersten feinen Fieselschneeminiflöckleinchen fallen herab. Doch, man kann sie erkennen – als Schnee.
Oder Moment!
Es sieht gerade wieder ein wenig mehr nach klumpigem Regen aus. Trotzdem folgt der Schlachtruf:
Ihr Kinderlein, kommet!
Entrostet die Kufen eurer Schlitten oder schrubbt den Plastiksitz der Rutschwanne. Nur seid schnell, es scheint noch keine Liegenbleibgarantie zu geben!
Eher als es der Wetterbericht prophezeite, ziehen die Boten des Winters ein. Und ja, ich spreche definitiv lieber von Wetterbericht als von Wettervorhersage. Eine Vorhersage der Wetterkundler  im Sinne von „vorher etwas sagen“ ist es zwar immer, aber – über einen Tag hinaus – relativ selten im Sinne von „vorher etwas Zutreffendes verkünden/voraussagen“…
Natur ist eben Natur. Die macht es so, wie sie es will, auch angesichts der schwerverdaulichen Brocken, die die Menschheit ihr so vorwirft.
Es schnieselt also.
Die passende Bezeichnung dafür, was das feine Weiß gerade veranstaltet – hier und wahrscheinlich noch vielerorts.
Wieder ist die Zeit gekommen, Schneeschieber und Streusplitt in greifbarer Nähe zu deponieren.
Wessen  Auto-Scheibenwischanlage jetzt noch Mittel ohne Frostschutzim enthält, ist demnächst mit eingefrorenem Klumpen unterwegs – und trockener, dreckiger Scheibe!
Und bedenken Sie: Winterreifen bieten große Vorteile. Besonders am Auto!
Vielleicht sollte auch der Vorrat an Handschuhen, Schals, Mützen und Winterstiefeln kontrolliert werden. Die Erfahrung aus dem letzten Jahr zeigt: es könnte länger dauern mit Väterchen Frost. Anschaffungen amortisieren sich daher wahrscheinlich schon im ersten Jahr.
Dass es auch diesmal so ist, dass es länger dauern könnte,  sagen die hektischen Bevorratungen und Hamstereien der Vögel und sonstigen Getiers, die schon im September und Anfang Oktober mehr plünderten, als sie es die Jahre zuvor taten. Haselnüsse habe ich in dieser Saison nicht mehr zu Gesicht bekommen. Die Früchte am Pfaffenhütchen waren in Nullkommanichts weg, der Feuerdorn verlor seine roten Beeren, die Efeu- und Holunderbeeren waren heiß begehrt. Die Aralie wurde tagelang zur Anlaufstelle ganzer Meisenschwärme, der Kirschlorbeer – sonst eher in dieser Hinsicht vernachlässigt – ebenso erleichtert wie das Vorgenannte.
Harren wir nun also der Dinge, die da kommen.

Heute Morgen stand in unserer lokalen Zeitung, dass Hamburg die Bewerbung für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2028 erwägt. Es ist nicht die erste Bewerbung dieser Art. Seinerzeit erhielt die Stadt allerdings eine Absage. Das Komitee hatte sich anderweitig entschieden.
Der Vorschlag geht nun dahin, sich doch gleich angesichts der geänderten Klimaverhältnisse lieber um den Zuschlag für die Winterspiele 2026 zu kümmern. Es scheint, dass sich Hamburg zu einem nicht zu unterschätzenden Wintersportort entwickeln könnte!

Während ich noch diesen Gedanken leicht schmunzelnd ausbaue und ausschmücke, fällt mir ein Artikel von Nico Binde in die Hände, der in einer Kolumne fürs Hamburger Abendblatt ähnliche Ideen im Kopf hat:
Darin schreibt er  u. a:
… Denn gerade für Hamburg, das sich erst vor gefühlten zwei Monaten mit ausgiebigen Schneefällen für die Vierschanzentournee empfohlen hat, kommt dieser erneute Wintereinbruch zu früh. Manch einer mag sich angesichts der frisch verheilten Glatteis-Fraktur oder der allzu präsenten Asphaltverwerfungen sogar fragen, ob die Flocken-Botschaft jetzt ein ernst zu nehmendes Déjà-vu, ein wiederkehrender Albtraum oder einfach nur ein Fehler in der Matrix ist. Zumal die Botanikerweisheit „Unter Schnee muss man nicht mähen“ lediglich der überschaubaren Gruppe von Gartenbaufreunden echte Vorteile verspricht.
Wie dem auch sei: Der gemeine Hanseat fremdelt noch mit den veränderten klimatischen Rahmenbedingungen in seiner Heimat – also mit sechsmonatiger Schneesicherheit. Das wird besonders am zartesten Trieb der aufstrebenden hamburgischen Industriezweige deutlich, dem Wintersporttourismus: Längst nicht alle Loipen sind rechtzeitig zum Saisonstart präpariert, Sessellifte noch nicht final verschraubt und Slalomstangen noch nicht in die Harburger Berge gedübelt …“
Soweit Nico Binde.

Während ich noch überlege, welche Ecken in Hamburg umgewandelt werden könnten, geht mein Blick in den (kleinen) Garten, um auch hier den idealen Platz für den Bau einer Schanze zu erkunden.
Doch halt, was sehe ich …?
Es hat aufgehört zu schneien, regnet nur noch …  Aus der Traum vom Schnee, vom Winter-Wonderland. Adé Winterolympiade!
Mein Schnee-Ersatz für den Moment sieht so aus:  ich genehmige mir einen dicken Klecks Schlagsahne auf den Kaffee! Helle Spitze auf dunklem Berg.
Und dann wird neu geträumt: vom Fujijama.
Oder vom Kilimandscharo….

©November 2010 by Michèle Legrand

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